09:27
Andreas
Hallo Jürgen, dass Risiko- und Moneymanagement (RMM) ist mit der herkömmlichen Vorgehensweise wie bei Aktien tatsächlich nicht zu vergleichen, d.h. mit 1 - 2 % Risiko auf den Nettoliquidierungswert kommt man nicht hin, es ist deutlich mehr.
Als ich mit dem Future-Handel angefangen habe, hatte ich mir darüber ehrlicherweise keine Gedanken gemacht und habe mich in erster Linie am Verhältnis von max. Drawdown zur p.a.-Rendite orientiert, auch im Hinblich auf den SPX. Natürlich bin ich anfangs viel zu hoch ins Risiko gegangen und habe das step by step nach unten reguliert. So habe ich von Mitte Oktober 2021 bis Ende 2021 über 100 % Gewinn gemacht, um diesen dann in den folgenden 6 Monaten wieder komplett zu verlieren, d.h. am Anfang Glück gehabt, aber durch fehlendes RMM letztlich keinen Profit davon gehabt. Diese Erfahrung hat mich dann auch dazu gebracht, mich doch intensiver mit RMM zu beschäftigen.
Aktuell verfahre ich bei Future-Kontrakten wie folgt im Big Picture SPX Micro Future Strategie: je 5.000 USD Nettoliquidierungswert wird bei der Positionseröffnung 1 MES gekauft. Beim letzten Trade lage das Konto bei 11,869,50 USD, d.h. am 02.07. wurden also 2 Kontrakte gekauft, was einer Positionsgröße von 2 Stück x Faktor 5 x Futurekurs 5.568,75 USD = 55.687,50 USD. entsprach. Der Backtest seit 2018 zeigt, dass die p.a.-Rendite dabei ca. 47 % bei einem max. Drawdown von rund 20 % beträgt. Zum Vergleich der SPX im gleichen Zeitraum als buy & hold: 11 % Rendite bei 34 % Drawdown.
Diese Vorgehensweise ist für mich emotional zu ertragen, ich kann damit umgehen, musste mich an das Risiko allerdings auch erst einmal herantasten.
Bei den Call-Optionen ist das auswählen der richtigen Positionsgröße auch für mich noch nicht gut gelöst, da ich hier keinen Backtest habe, weil man nur sehr kostenintensiv Kursdaten von Optionen bekommen kann. Inwieweit dann noch Kennzahlen wie Delta dabei sind, wüßte ich jetzt gar nicht. In der Big Picture Spy long Call Option Strategie habe ich mich hinsichtlich der max. Prämie am Drawdown aus den Future-Erfahrungen orientiert, d.h. max. Präme gesamt höchsten 20 %. Im Falle eines Totalschadens wäre also die komplette Prämie verloren, die dann nicht mehr als 20 % des Depotwertes ausmacht. Da es für die Gesamt-Strategie mehrere Exit-Szenarien gibt, wäre dieser Totalschaden bisher nie vorgekommen, was natürlich nicht heißt, dass es nicht noch passieren kann.
Du siehst, dass RMM ist vor allem bei den Optionen noch nicht so richtig ausgegoren und optimierungsbedürftig, für mich im Moment aber ok.
👍
3
❤