Hier mal ein schöner Beitrag von
Investing.com zu FOMO - sehr wertvoll😊
Es gibt diesen Moment, den auch viele disziplinierte Anleger irgendwann erleben – und zwar nicht während eines Marktcrashs, sondern direkt danach.
Sie haben alles richtig gemacht.
Sie sind Ihrem System treu geblieben.
Sie haben Ihr Kapital geschützt.
Sie haben auf sichere Positionierungen gesetzt.
Sie haben geduldig auf Bestätigung gewartet.
Und dann, ganz plötzlich, erwacht der Markt wieder zum Leben.
Die Kurse ziehen an.
Die Indizes steigen.
In sozialen Medien beginnen die Leute, mit ihren Gewinnen zu prahlen.
Freunde und Familienmitglieder erwähnen beiläufig, dass „sie jetzt eingestiegen sind und richtig dabei sind“.
Und Sie? Sie sitzen auf Ihrem Bargeld. Warten. Grübeln. Spielen im Kopf die Züge durch, die Sie nicht gemacht haben.
Auf einmal fühlt es sich nicht mehr klug an, sein Portfolio geschützt zu haben – es fühlt sich an, als hätte man den Zug verpasst.
Und der emotionale Sturm, der dann losbricht, kann unangenehmer sein als jeder Bärenmarkt.
Das schöne Boot, das ohne dich abgelegt hatEiner unserer Gesellschafter hat dieses schmerzhafte Gefühl kürzlich treffend beschrieben. In einer Notiz an unser Team schrieb er:
„Es ist, als wären wir von einem wunderschönen Segelboot über Bord gegangen, das in den Sonnenuntergang fährt, während wir auf einem Floß sitzen und ohne Motor oder Kompass in den Wellen treiben.“
Das Bild ist sofort nachvollziehbar.
Das Segelboot – schnittig, schnell, frei – gleitet elegant dem Horizont entgegen.
Das Floß – klein, ausgesetzt, ziellos, vergessen.
So fühlt sich FOMO an. Es geht nicht um Gier. Es geht um Kummer.Es ist der Kummer darüber, dass man das Richtige getan hat – und nun zusehen muss, wie genau das einen teuer zu stehen kommt.
Es ist der Kummer darüber, einen Moment verpasst zu haben, der im Nachhinein so offensichtlich wirkt.
Es ist der Kummer darüber, dass andere vorankommen, während man selbst in Ungewissheit dümpelt.
Das Bitterste daran: Sie waren weder faul noch leichtsinnig. Sie waren vorsichtig. Sie haben sich an Ihren Plan gehalten. Sie haben Risiken gemieden. Und trotzdem … fühlt es sich an, als wäre das alles nicht genug gewesen.
„Warum bin ich nicht einfach im Markt geblieben?“Diese Frage stellen sich viele Anleger und Trader, die in volatilen Zeiten ihr Kapital schützen wollen. Besonders schmerzhaft wird es, wenn sich der Markt schnell – oder schlimmer noch, völlig irrational – erholt.
Plötzlich stellt man alles in Frage:
„Vielleicht bin ich zu früh ausgestiegen.“„Ich hätte wissen müssen, dass der Dip wieder hochkommt.“„Das passiert immer, wenn ich aussteige.“„Warum fühlt sich Vorsicht an wie eine Strafe?“Und dann kommt der wirklich gefährliche Moment: Man beginnt sich zu fragen, ob es überhaupt sinnvoll ist, das eigene Portfolio zu schützen.
Genau hier können selbst langfristig orientierte Anleger ins Straucheln geraten. Denn FOMO führt nicht nur dazu, dass man handeln will – sie verführt auch dazu, genau das über Bord zu werfen, was einen eigentlich abgesichert hat.
Sie sind auf diesem Floß nicht alleine
Es ist leicht zu glauben, dass alle anderen Geld verdienen – dass man der Einzige ist, für den der Zug abgefahren ist. Doch die Wahrheit ist: Auf jeden Händler, der Glück hatte, kommen viele andere, die Verluste erlitten haben, aus dem Markt gedrängt wurden und sich danach ganz ferngehalten haben.
Und von denen, die wieder eingestiegen sind, hatten die meisten keinen Plan. Sie wussten nicht, wann sie aussteigen sollten. Sie haben ihre Gewinne nicht gesichert. Sie hatten schlicht Glück – dieses eine Mal.
Wir haben das immer wieder gesehen: kurzfristige Aufschwünge, die emotionales Chaos anrichten. Bewegungen, die Menschen aus ihrem gewohnten Rhythmus reißen und sie dazu bringen, Trades zu machen, die sie vor einer Woche niemals in Betracht gezogen hätten.
Ja – der Markt hat im April zugelegt. Ja – es sah nach einer neuen Rallye aus. Aber sie entstand nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche. Die Kurse waren zuvor gefallen. Die Stimmung war nervös.